Johannesburg hilft minderjährigen Flüchtlingen

CDU-Kreistagsfraktion besucht Jugendhilfeeinrichtung in Surwold

pm Surwold. Als eine große Herausforderung schätzt der Direktor der Surwolder Jugendhilfeeinrichtung Johannesburg, Franz-Josef Lensker, die sozialpädagogische und schulische Förderung sowie berufliche Vorbereitung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ein. Das wurde bei einem Besuch der CDU-Kreistagsfraktion deutlich.

Über neue Angebote der Johannesburg informierten sich die Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion in der Jugendhilfeeinrichtung in Surwold

Aus einer Pressemitteilung der Johannesburg geht hervor, dass in Surwold aktuell 36 minderjährige Flüchtlinge betreut werden. Dabei handelt es sich laut Lensker um Kinder und Jugendliche, die ohne volljährige Angehörige nach Deutschland geflüchtet sind und vom örtlichen Jugendamt betreut werden. Der Großteil sei jedoch zwischen 14 und 17 Jahre alt.

In Zusammenarbeit mit den Berufsbildenden Schulen Papenburg nehmen nach Angaben der Johannesburg viele von ihnen am Sprach- und Integrationsprojekt teil. In den Werkstätten der Johannesburg könnten sie sich beruflich orientieren. „Wir müssen bei vielen jungen Menschen erst das Verständnis schaffen, dass es einiger Voraussetzungen bedarf, um einen Zugang zum deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu erhalten“, verdeutlichte Lensker.

Auch die gesellschaftlichen Veränderungen führen zu einer Neuausrichtung und Erweiterung des differenzierten Hilfsangebotes. „Immer häufiger gibt es sogenannte Ein-Eltern-Familien“, so Lensker. Aber auch die sich ändernde Arbeitswelt wirke oft belastend auf die familiäre Situation. Sozialpädagogische Hilfen in Grundschulen und in Familien würden ebenfalls durch die Johannesburg sichergestellt.

Der Leiter der Pater-Petto-Schule (mit emotionalem und sozialem Förderschwerpunkt), Ralf-Dieter Punke, machte vor den Kreistagsabgeordneten deutlich, dass die Schülerzahlen trotz Inklusion weiter nach oben gehen. Denn an den Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen erfolgten keine Neuaufnahmen mehr. Nach ersten negativen Schulerfahrungen kämen viele der Erstklässler dann nach Surwold. Aktuell würden 135 Kinder und Jugendliche vom 6. bis zum 15. Lebensjahr in der  Pater-Petto-Schule beschult. Zum Vergleich: Im Jahr 1990 besuchten 30 Jugendliche der Klassen 7 bis 9 die Förderschule.

Ziel der Einrichtung ist nach Punkes Worten immer die Rückführung. Dabei sei die Elternarbeit von großer Bedeutung.

Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Bernd-Carsten Hiebing, lobte die Arbeit der Johannesburg als einen Leuchtturm in der Region. Der Ehrenfraktionsvorsitzende Heinrich Hövelmann aus Papenburg wies indes darauf hin, dass auch bei Flüchtlingen ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus gefördert werden solle. „Die können mit den hier erlernten Fähigkeiten in ihrer Heimat in Lohn und Brot kommen“, so der Christdemokrat.

Quelle: Ems-Zeitung – Lokales – 24.06.2016
Foto: Johannesburg/ Jürgen Eden